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Bibelauslegung und Theologie als Wissenschaft

In der ersten Quaestio seiner Summa theologiae entwickelt Thomas in „klassischer“ Weise sein Konzept der Theologie als Wissenschaft. Bemerkenswerterweise ist ein großer Teil der Ausführungen der Schriftauslegung gewidmet, und Thomas spricht im Hinblick auf die Theologie gleichermaßen von „heiliger Lehre“ (sacra doctrina) wie „heiliger Schrift“ (sacra scriptura). Seine Ausführungen skizzieren paradigmatisch den Weg „von der Schrift zur Summe“, der sich in seinem Denken und in der Theologie des 13. Jahrhunderts vollzieht.So bleibt auch die große „Begriffskathedrale“ der Summe durchweht von der Luft ihrer biblischen Ursprünge, und in der Bibel finden sich jene entscheidenden Grundlagen, mit der sich die die doppelte Aufgabe des Theologen verwirklichen läßt: die Wahrheit zu lehren und den Irrtümern zu widersprechen.

Die Theologie und das Heil des Menschen

Das große Vorzeichen, unter dem Thomas seine Summe beginnt und mit dem er die Notwendigkeit und Existenz von Theologie überhaupt begründet, ist das menschliche Heil (salus humana). So formuliert er im allersten Artikel der Summa:

Der Mensch ist von Gott auf ein Ziel hingeordnet, das die Fassungskraft der Vernunft überschreitet. […] Daher war es dem Menschen zum Heil notwendig, daß ihm etwas durch göttliche Offenbarung kund wurde, das über die menschliche Vernunft hinausgeht. […] Von der Erkenntnis der Wahrheit hängt das gesamte Heil des Menschen ab, das in Gott ist. Damit also dieses Heil den Menschen […] zuteil werde, war es nötig, daß sie über die göttlichen Dinge durch göttliche Offenbarung unterrichtet wurden. Daher war […] eine heilige Lehre notwendig, die auf göttlicher Offenbarung gründet (Summa theologiae I I 1,1 c.)

Diese elementare Bestimmung der Theologie als Heilswissenschaft, die sich aus der Sorge um die Seelen (cura animarum), knüpft nicht nur an das menschliche Streben nach Erkenntnis und Wahrheit als höchste Vollendung und letzte Glückseligkeit an, das sich anthropologisch von Seiten der aristotelischen Philosophie her formulieren läßt. Es nimmt zugleich jene Impulse auf, die Thomas in seiner Vorstellung der Botschaft der Bibel als eines Wissens, das den Menschen zum Leben führt, entfaltet hatte sowie in seinem Konzept Wirkkraft des göttlichen Wortes, die darin zum Ausdruck kommt. Die Theologie erscheint von hier aus in einem prinzipiell transformativen Charakter: sie vermittelt nicht nur theoretische Erkenntnis oder neutrale Information, sondern enthält vor allem das Potential, die Seelen ihrer Hörer anzusprechen, sie zu formen, zu transformieren, zu heilen – und damit zu ihrer Vollendung zu führen. Theologie als Wissenschaft hat es nach Thomas in eminenter Weise mit dem menschlichen Heil zu tun!

Unter diesem Vorzeichen entwickelt Thomas den Charakter der Theologie als Wissenschaft entlang der Vorlage des aristotelischen Modells.

Theologie als Teilhabe am Wissen Gottes und der Seligen

Von zentraler Bedeutung für das aristotelische Verständnis von Wissenschaft sind die Prinzipien, auf denen sie beruht und von denen sie ausgeht, und ihre Erkenntnis. Ohne Einsicht in die Prinzipien gibt es keine Wissenschaft!

Im Falle der Theologie nun wird diese Erkenntnis durch die Offenbarung vermittelt. Durch sie hat der Mensch Anteil an der Erkenntnis Gottes, die eine strikt übernatürliche ist. In solchem Sinne stellt Thomas die Heilige Schrift von Anfang seines Wirkens an vor als Lehrbuch, in dem Gott seine Weisheit und Erkenntnis den Menschen auf geordnete Weise mitteilt.

Wissenschaftstheoretisch behilft er sich mit einer Unterscheidung, die er ihrerseits dem aristotelischen Konzept entnimmt. Demnach gibt es

  1. Wissenschaften, die ihre Prinzipien in sich selbst besitzen,
  2. und andere, die ihre Prinzipien einer anderen, höheren Wissenschaft verdanken und die deshalb als „subalterne Wissenschaften“ bezeichnet werden. So entnimmt etwa die Perspektivik ihre Prinzipien der Geometrie und die Musik die ihren der Arithmetik.

Ebenso besitzt die Theologie ihre Prinzipien nicht in sich, sondern entnimmt sie einer anderen, höheren Wissenschaft – nämlich dem „Wissen Gottes und der Seligen“ (scientia Dei et beatorum). Als von Gott geoffenbarte nimmt sie diese Prinzipien im Glauben (credit principia revelata a Deo) an (vgl. Summa theologiae I 1,2 c. – Zum Konzept von Subalternation vgl. Aristoteles, Analytica posteriora I 2, 72a14-20; I 13, 78b35-39).

Weil die Theologie in Teilhabe am Wissen Gottes und der Seligen alles unter dem Gesichtspunkt Gottes (sub ratione Dei) betrachtet, „insofern es durch das göttliche Licht erkennbar ist“ (prout sunt divino lumine cognoscibilia), hat sie ihr Formalobjekt in „alles, was irgendwie von Gott geoffenbart werden kann“ (Summa theologiae I 1,4 c.). An diesem Licht aber hat sie Anteil durch das Wort Gottes.
Dies  begründet zugleich ihre umfassende Perspektive, in der sie sich auf alles erstreckt, was zu den verschiedenen philosophischen Wissenschaften gehört. So umgreift die Theologie nicht nur  
(1) die grundlegende Unterscheidung von theoretischen und praktischen Wissenschaften und überschreitet sie (vgl. Summa theologiae I 1, 4 c.).
(2) Sie besitzt auch einen Vorrang gegenüber den übrigen Wissenschaften
(2.1) sowohl im Hinblick auf ihre „Gewißheit“ (certitudo),
(2.2) als auch auf die „Würde“ (dignitas) ihres Gegenstandes. Denn kraft göttlichen Wissens kann sie, so Thomas, in ihrer Gewißheit nicht fehlgehen. Und mit ihren Gegenständen „überschreitet“ (transcendit) sie die Vernunft in grundlegender Weise, welcher die Gegenstände der anderen Wissenschaften ansonsten untergeordnet sind.

Theologie und Philosophie

Diese Perspektive bestimmt auch das Verhältnis der Theologie zur Philosophie bzw. zur Metaphysik und ihrer „natürlichen“, d.h. auf die Mittel der Vernunft gestützten Gotteslehre. Die Metaphysik gilt Aristoteles als die „Erste Philosophie“, die vornehmste unter den philosophischen Wissenschaften. Er bezeichnet sie auch als „Weisheit“ oder „Theologie“, weil sie schlechthin die höchste Ursache des gesamten Universums – Gott – betrachtet. (vgl. Thomas, Super Metaph. prol.). Ihr gegenüber ist die Theologie (sacra doctrina) durch ihre spezifische Erkenntnisweise ausgezeichnet, denn sie erkennt Gott

– nicht nur im Hinblick darauf, was durch die Geschöpfe erkennbar ist (was die Philosophen erkennen, wie es in Röm 1 [19] heißt: „Was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar“),
– sondern auch um Hinblick darauf, wie er sich selbst bekannt ist und sich anderen durch Offenbarung mitteilt. Daher heißt die heilige Lehre [d.h. die Theologie] im höchsten Maße Weisheit (sapientia). (Summa theologiae I 1,6 c.)

Gleichwohl kommt der Philosophie, so Thomas, eine konstitutive Bedeutung im Hinblick auf die Erkenntnisbemühungen der Theologie zu, insofern sie diesen mit den sog. praeambula fidei einen sicheren Untergrund von Seiten der natürlichen Vernunft gibt (zum Begriff vgl. Thomas, S.th. I 2,2 ad 1).
Bei den praeambula fidei handelt es sich um jenen Bestand von Einsichten, zu dem die Erkenntnis der menschlichen Vernunft durch ihr natürliches Bemühen gelangen kann und die als Voraussetzungen des Glaubens zu dem gehören, was der Glaubende nicht nur glaubt, sondern weiß oder zum mindesten wissen können muß. Zu den praeambula fidei gehören daher etwa die mit den Mitteln der philosophischen Beweisführung gewonnene Einsicht in die Existenz der menschlichen Seele, der Engel sowie insbesondere die Gottesbeweise, wie Thomas sie „klassischerweise“ in den sog. „fünf Wegen“ (quinque viae) vorgelegt hat (vgl. Thomas, Summa theologiae I 2,3 c.; zuvor Summa conra Gentiles I. 10-13.15).

Denn es ist ja keineswegs so, daß Wissen und Glaube bzw. Philosophie und Theologie durch ihre Gegenstandsbereiche so trennscharf voneinander abgegrenzt sind, daß ein Gegenstand entweder nur dem Bereich des Wissens oder nur dem Bereich des Glaubens zuzurechnen wären. Vielmehr ist es nach Thomas die Erkenntnisweise „aufgrund des Lichtes der natürlichen Vernunft“ (lumine naturalis rationis) oder „aufgrund des Lichtes der Offenbarung“ (lumine divinae revelationis), die Philosophie und Theologie, natürliches Wissen und Glaubenserkenntnis, voneinander unterscheidet (vgl. Summa theologiae I 1,1 ad 3).

So enthält der Glaube, der sich auf die Offenbarung als Mitteilung göttlichen Wissens bezieht, auch solche Erkenntnisse, zu denen der Mensch schon mit der Hilfe der eigenen Vernunft gelangen kann (vgl. S.th. I II-II 1,4-5). Durch das natürliche Erkenntnisbemühen kann er so eine wesentliche Unterstützung erhalten, wie er umgekehrt diesem seinerseits eine zusätzliche Leichtigkeit und Sicherheit zu verleihen vermag. Von einer solchen „Schnittmenge“ an Erkenntnissen, die sowohl dem Licht der natürlichen Vernunft wie dem Licht des Glaubens zugänglich sind, sind allerdings jene Wahrheiten ausgenommen, die als mysteria stricte dicta ausschließlich durch letzteren erkannt werden, wie die Dreifaltigkeit Gottes oder die Menschwerdung.

Texte zum Download

Thomas von Aquin, Summa theologiae I 1,1 (Text, lat.-dt.): Die Hinordnung der Theologie auf das menschliche Heil 
Thomas von Aquin, Summa theologiae I 1,6-7 (Text, lat.-dt.): Theologie als Weisheit – Theologie und Philosophie

Wissenschaftliche Bestimmungen zur Theologie

Aus den Grundbestimmungen zu den Prinzipien der Theologie und ihrer Erkenntnis ergibt sich zugleich ihre eigentümlich argumentative Gestalt:

Ihre Prinzipien sind die Glaubensartikel, wie sie im Glaubensbekenntnis und in der Heiligen Schrift vorliegen (wobei Thomas das „Credo“ als Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen der Bibel versteht: vgl. Summa theologiae II-II 1,9 c.). Für diese Prinzipien erbringt die Theologie keine Rechtfertigung, sondern nimmt sie zur Grundlage, um aus ihnen durch Beweisführung ihre Schlußfolgerungen abzuleiten (vgl. Summa theologiae I 1,8 ad 1)
Als biblisches Vorbild führt Thomas den Apostel Paulus an, der als „erster Theologe“ in 1 Kor 15 aus der Auferstehung Christi die allgemeine Auferstehung aller bewiesen hat (Summa theologiae I 1,8 c. – Zur Rekonstruktion vgl. Super I Ad Cor. XV 1-9).

Dieser argumentative Grundsatz bestimmt zugleich  den Umgang mit den Gegnern des Glaubens und ihren Argumenten:

(1) solange sie, wie die Häretiker, einen bestimmten Glaubensartikel leugnen, andere jedoch noch annehmen, kann man, so Thomas, gegen sie theologisch argumentieren.

(2) Werden hingegen die geoffenbarten Glaubensaussagen gänzlich abgelehnt, so läßt sich ihre Wahrheit nicht positiv durch die Vernunft begründen; es bleibt vielmehr nur negativ die Aufgabe, die vom Gegner gegen den Glauben vorgebrachten Argumente rational zu entkräften und sie als Scheingründe zu entlarven.

Mit diesem Konzept, das strikt am Offenbarungscharakter der Glaubensprinzipien festhält, setzt sich Thomas im Übrigen dezidiert von Versuchen ab, die zentralen Inhalte des Glaubens – wie etwa die Trinität oder die Inkarnation – philosophisch und positiv mit sog. „zwingenden Vernunftgründen“ (rationes necessariae) zu beweisen.

Metaphorische, narrative und symbolische Dimensionen

Besitzt das thomanische Konzept von Theologie demnach einen rationalen Grundzug, so bietet es gleichwohl Raum, auch die spezifisch narrativen bzw. metaphorischen Dimensionen einzubeziehen, die der Theologie gerade von ihren biblischen Ursprüngen her und insbesondere durch die Predigt Christi, sein Reden in Gleichnissen und Bildern, eigen sind. Zumal der Variantenreichtum von Überzeugungsmitteln, den die aristotelische Wissenschaftstheorie enthält, bietet Thomas die Möglichkeit, diese Dimensionen zu rechtfertigen.
Entsprechend verweist er auf die spezifischen Bedingungen menschlicher Erkenntnis, die in die Rede der Theologie eingehen:

Es ist aber für den Menschen natürlich, daß er durch das Sinnenfällige (per sensibilia) zum Geistigen (ad intelligibilia) gelangt, denn all unsere Erkenntnis hat ihren Anfang bei den Sinnen. Daher wird uns angemessenerweise in der Heiligen Schrift das Geistige unter körperlichen Bildern (sub metaphoris corporalium) vermittelt (Summa theologiae I 1,9 c.).

Berufungsinstanz für Thomas ist in diesem Zusammenhang wiederholt Ps.-Dionysius Areopagita.
Gerade die letzten Artikel der wissenschaftstheoretischen Auftaktquaestio der Summa theologiae lassen die biblische Dimensioniertheit der Theologie nach Thomas deutlich hervortreten, und  wohl nicht von ungefähr bildet die Entfaltung der Lehre von den geistlichen Schriftsinnen ihren krönenden Abschluß (vgl. Summa theologiae I 1,10)!

Texte zum Download

Thomas von Aquin, Summa theologiae I 1,2-5 (Text, lat.-dt.): Wissenschaftstheoretische Bestimmungen
Thomas von Aquin, Summa theologiae I 1,8-9 (Text, lat.-dt.): Die Argumentations- und Redeweisen der Theologie
Thomas von Aquin, Summa theologiae I 1,10 (Text, lat.-dt.): Die geistlichen Schriftsinne

Der Aufbau der Summa theologiae

Die Überlegungen zum Wissenschaftscharakter der Theologie bestimmen zugleich die Konzeption des Aufbaus und der Gliederung der Summa: Weil alles in dieser Wissenschaft „unter der Perspektive Gottes“ (sub ratione Dei) betrachtet wird und ihr „Gegenstand“ (subiectum) entweder Gott selbst ist und alles, was eine Hinordnung auf Gott hat (vgl. Summa theologiae I, 1, 3 ad 1 und v.a. I 2 prol.; vgl. I 1,7 c.; ferner I-II prol), entwirft Thomas seine Darstellung nach dem Modell des Ausgangs der Geschöpfe von Gott und ihrer Rückkehr zu ihm (exitus-reditus). Die geschaffene Wirklichkeit als ganze wird damit eingefaßt in eine große Bewegung, die von Gott als ihrem „Ursprung“ (principium) herstammt und zu ihm als ihrem „Ziel“ (finis) hinführt, und alle übrigen Gegenstände und Themen der Theologie sind dieser Dynamik zu- und untergeordnet.

Er setzt sich damit von alternativen Versuchen seiner Zeitgenossen ab, die Materie der Theologie zu strukturieren – wobei sein Grundeinwand bezeichnenderweise lautet, diese achteten eher auf die Gegenstände der Theologie, als auf ihre leitende Erkenntnisperspektive (ratio), welche erst eine umfassende Konzeption ermöglicht (Summa theologiae I 1,7 c).


Im Rahmen der ausführlichen Diskussionen, die im 20. Jahrhundert um den sog. „Plan der Summa“ geführt wurden, hat man immer wieder auf die Ursprünge dieses Konzepts  
(1) im Neuplatonismus und dessen Schema von prohodos und epistrophê hingewiesen. 
(2) Mit gleichem Recht ließe sich freilich auch die Philosophie des Aristoteles mit ihrer Vier-Ursachen-Lehre als Orientierungsmaßstab angeben. Nach ihr erscheint Gott als (a) Wirk- und (b) Zielursache der Geschöpfe, die ihrerseits durch die innere Ursachen (c) der Form und (d) der Materie bestimmt sind (bzw. bei den reinen Geistwesen: durch Sein und Form). Entlang des Vier-Ursachen-Schemas beschreibt Thomas bereits im Principium biblicum I und II die göttliche Weisheit und die Heilige Schrift. –

(3) So wird man jenseits aller möglichen Herkunft aus dem Bereich der Philosophie – und vermutlich naheliegender – jene entscheidende Grundlage zu bedenken haben, die das Modell von exitus und reditus in der Darstellung der Heiligen Schrift selbst besitzt, wo die Geschichte von Welt und Mensch von ihrer Erschaffung (in der Genesis) bis zu ihrer Vollendung (in der Geheimen Offenbarung) durch Gott, den Schöpfer und das Ziel von allem, erzählt wird. –
(4) Einen eigenen Akzent setzt Thomas schließlich in seiner allererste Anwendung dieses Schemas im Kommentar zu den Sentenzen des Petrus Lombardus, wenn er dieses  unter ein ausdrücklich christologisches Vorzeichen stellt. In diesem versteht er das Zitat aus Sir 24,40 Vg, das er seinem Prolog voranstellt, als Selbstzeugnis Christi, des Ewigen Wortes:

Ich, die Weisheit, habe Flüsse entströmen lassen und/ wie ein Strom reißenden Wassers fließe ich hinab,/ ich bin wie der Fluß Dorix und wie ein Wasserlauf bin ich ausgegangen vom Paradies./ Ich sagte: Ich will den Garten meiner Pflanzungen bewässern und die Früchte meiner Wiesen tränken.

Auf der Grundlage von 1 Kor 1,24 und 30 („Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit, der auch für uns von Gott zur Weisheit geworden ist“) deutet Thomas dieses Wort aus im Hinblick (1) auf das ewige Hervorgehen der ewigen Weisheit im trinitarischen Leben, (2) auf seine Hervorbringung der Geschöpfe in der Schöpfung, (3) ihre Wiederherstellung im Werk der Erlösung und (4) ihre Bewahrung zum Ziel hin im Werk der Vollendung.

Texte zum Download

Thomas von Aquin, Summa theologiae – Die Prologe (Text, lat.-dt.)

Thomas von Aquin, Summa theologiae – Gesamtaufbau (Übersicht, dt.)

Thomas von Aquin, Kommentar zum 1. Buch der Sentenzen, Prolog (Text, lat.-dt.)

Biblische Traktate in der Summa theologiae

Von den biblischen Ursprüngen des thomanischen Theologie-Konzepts zeugt schließlich die Tatsache, daß die Summa theologiae mindestens drei Abschnitte enthält, bei denen es sich primär um Schriftauslegung und weniger um eine systematische Abhandlung handelt. Es sind die Traktate

  1. über das Sieben-Tage-Werk der Schöpfung (Summa theologiae I 65-74),
  2. über das Alte Gesetz (Summa theologiae I-II 98-105),
  3. und über das irdische Leben Jesu (Summa theologiae III 27-59).
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